Tausend Dinge - Tüten – Ein Material - viele Ideen für die Kita

Zur Einstimmung

Tüten gehören zum Alltag und zum direkten Lebensumfeld von Kindern: Viele Lebensmittel sind zum Schutz in Tüten verpackt, beim Ein­kaufen dienen sie zum Transport der Ware, Müll landet in Tüten, Gegenstände werden zur Auf­bewahrung in ihnen gelagert, Tüten schwim­men im Meer und auf der Straße liegend treibt der Wind ihr Spiel mit ihnen - Tüten sind allge­genwärtig. Bei genauer Betrachtung hat eine Tüte viele Bedeutungen und Funktionen - und daraus können kleine Abenteuer entstehen. Lassen Sie sich mit uns darauf ein!


Das Spiel mit „Dingen“ - in diesem Fall mit Tüten - ermöglicht Kindern den Kontakt zur Gegenwart, zur Vergangenheit und somit zur Kulturgeschichte der Menschheit. Im Spiel mit ihnen lassen sich die „Dinge wohl beschauen“. Kinder erfahren, welche Funktion Tüten haben und entdecken deren soziale, emotionale und kulturelle Dimensionen. Das „alltägliche Ding“, also die Tüte, wird in der Auseinandersetzung zum Denkwerkzeug für die Kinder. Alltagsge­genstände lassen sich leicht aus ihrer vorbe­stimmten Funktion herauslösen und in neue, noch unbekannte Bedeutungszusammenhänge überführen. Die Auseinandersetzung mit dem Ding „Tüte“ in seinen vielen unterschiedlichen Ausführungen bietet die Basis für vielfältige Bildungsprozesse. Ein scheinbar gewöhnlicher, kaum beachteter Alltagsgegenstand wird zum Grundbestandteil neuer Konzepte. Die Kinder beleben unbelebte Dinge, indem sie ihnen Stim­men, Gefühle, Biografien und soziale Kontexte zuordnen (vgl. Elschenbroich 2010; Selle 1997).


Kinder entwickeln auch ein Verständnis da­für, dass es in der Vielfalt eines „Dings“ viele Gemeinsamkeiten und viele Unterschiede zu entdecken gibt. Sie erkennen, dass es sich lohnt, sich neugierig und fragend ins Detail zu begeben und sich nicht mit den ersten, häufig oberflächlichen Wahrnehmungen zufrieden zu geben. Je differenzierter ein Ding untersucht und erforscht wird, desto vielfältiger sehen die schöpferischen Neuverbindungen aus.


Alltagsgegenstände haben häufig einen grö­ßeren Reiz als Massenware der Spielzeugindus­trie. Weniger ist manchmal mehr - davon aber braucht es viel!


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